Diskussionsforum zum Thema Umwelt-/Klimaschutz mit Milo Schefer, Junge Grüne

Milo Schefer

Alter:               17 Jahre
Wohnort:      Eggiwil
Beruf:              Gymnasiast
Hobbys:         Politik, Velofahren, Cello spielen
Partei:            Junge Grüne

 

Vorstandsmitglied der Jungen Grünen Kanton Bern
Engagierter Klimaschützer

 

Instagram:      https://www.instagram.com/miloschefer/

Twitter:           https://twitter.com/miloschefer?lang=de

Fragen und Antworten zum Thema Umwelt-/Klimaschutz

 

  1. Wie beurteilen Sie die Klima-Bewegung 2019, die durch Greta ausgelöst wurde?

Millionen Menschen streiken und demonstrieren seit bald einem Jahr rund um den Globus für wirksamen Klimaschutz. Angefangen als grösste Jugendbewegung seit den 80er Jahren schliessen sich immer mehr auch Erwachsene der Klimabewegung an. Unter dem Namen Scientists4Future unterstützen 27’000 Wissenschaftler*innen aus dem deutschsprachigen Raum den Klimastreik und Fridays4Future und bestätigen die Dringlichkeit unserer Forderungen. Die Klimabewegung konnte schon diverse politische Erfolge verbuchen, doch die dringend notwendigen grossen Schritte wie den raschen Ausstieg aus fossilen Energien wurden durch die Grosskonzerne und deren Vertreter*innen in der Politik verhindert. Ich habe grosse Hoffnungen in diese Bewegung, doch wir haben wirklich nur noch sehr wenig Zeit für eine ökologische Wende.

 

  1. Wie sieht Ihr persönlicher Beitrag zum Klimaschutz aus?

Ich achte in meinem Alltag stark auf eine klimaverträgliche Lebensweise. So esse ich beispielsweise kein Fleisch und fliege nicht. Auch wenn ein persönlicher Beitrag natürlich wichtig ist, dürfen wir damit nicht die Konzerne aus ihrer Verantwortung nehmen. Die weltweit 100 grössten Konzerne sind für 70 Prozent der Treibhausgasemissionen zuständig. Sie verdienen Milliarden auf Kosten der Umwelt (und letztlich uns allen). Hinzu kommt die soziale Komponente, dass sich viele wenig Verdienende beispielsweise keine teureren Bio-Lebensmittel leisten können. Da müssen wir beim System ansetzen, das heisst, dass es nur noch Bio-Produkte geben sollte und diese für alle erschwinglich sein müssen.

 

  1. Weshalb demonstrieren Menschen für das Klima, wenn sie selber nicht bereit sind, auf Flugreisen, Auto, Plastik usw. zu verzichten? Wie beurteilen Sie die Inkonsequenz, die zu beobachten ist?

Den meisten Demonstrierenden ist die Klimathematik auch im Alltag sehr bewusst und sie richten ihr Handeln so gut wie möglich danach. Doch auch hier kommt wieder die fehlende Klimagerechtigkeit und die Kostenunwahrheit ins Spiel. Es darf beispielsweise nicht sein, dass Fliegen unter Umständen günstiger ist als der Zug. Wir subventionieren indirekt den Flugverkehr mit Milliarden, die wir besser in Nachtzüge und Hochgeschwindigkeitslinien investieren würden.

45 thoughts on “Diskussionsforum „Umwelt-/Klimaschutz“ mit Milo Schefer

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    05PANDA says:

    Hallo Milo
    Wie ist deine Stellung zu den Leuten, die sagen, dass der Klimawandel erfunden ist?

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    11 BSC says:

    Sehr geehrter Herr Schefer
    Was halten Sie zu denen, die an Klimademos gehen nur das sie Schule schwänzen können?

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    12 Fischiger_Umweltdemonstrant says:

    Sehr geehrter Herr Schefer
    Was halten Sie zu den Demonstrierenden die nur auf die Strasse gehen um die Schule zu schwänzen?

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    L10 says:

    Guten Tag Herr Milo Schefer,
    Ich möchte Sie fragen was sie davon halten das der Regenwald im Amazonas brannte b.z.w was sie dagegen tun würden?

    Mit Freundliche Grüsse
    Lena

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    Dusty Rainbow 19 says:

    Sehr geehrter Herr Schefer
    Was bewegte Sie dazu, in einem noch jungen Alter als Gymnasiast Vorstandsmitglied der Grünen zu werden?

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    Kimi18 says:

    Lieber Herr Schefer
    Was sagen sie dazu, dass die Schweiz ja nur knapp 0.11 % des Weltweiten CO2 Ausstosses ausmacht?

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    Milo Schefer says:

    Ich bin seit ich 14 Jahre alt war politisch aktiv. Ich realisierte, dass wir nicht mehr so weitermachen können wie bisher. Unsere Generation ist am stärksten von den heutigen Entscheiden betroffen, da wir noch lange mit den Konsequenzen leben werden. Ich finde es deshalb wichtig, dass wir die Politik auch mitgestalten.

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    patrickstar3 says:

    Guten Tag
    Ich persönlich finde Klimaschutz nicht nötig.
    Mich interessiert warum im Moment alle Thema Klimaschutz so viel Aufmerksamkeit schenken.

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      Milo Schefer says:

      Dass Klimaschutz dringend nötig ist, ist unbestritten. Diesen Sommer unterschrieben beispielsweise 27000 deutschsprachige Wissenschaftler*innen einen offenen Brief, mit dem sie ihre Zustimmung zu den Zielen der Klimabewegung ausdrücken. Auch der Weltklimarat rechnet vor, dass wir nur noch wenige Jahre Zeit haben, gefährliche Spiralen, in der sich die Prozesse gegenseitig verstärken, abzuwenden.

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    LET'S GO 11 says:

    Guten Tag
    Glauben Sie wirklich daran dass ALLE Menschen welche an Klimademos gehen ihr Leben seitdem verändert haben?
    Und wieviel sind Sie schon mit dem Flugzeug oder mit dem Auto in die Ferien gegangen?

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      Milo Schefer says:

      Natürlich ist es wichtig, dass sich alle auch persönlich für Klimaschutz einsetzen. Wir dürfen aber auch niemanden verteufeln, der mal Fleisch ist oder Auto fährt. Es haben nicht alle die gleichen Möglichkeiten, sich für Klimaschutz einzusetzen.
      In meinem Umfeld beim Klimaschutz und den Jungen Grünen leben aber fast alle sehr konsequent ökologisch. Oft sprechen Leute, die sich inhaltlich nicht mit der Klimapolitik auseinandersetzen möchten, lieber nur über die Leute, die sich fürs Klima einsetzen. Es ist aber klar, dass auch wir nicht perfekt sind und uns verbessern können.

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      Milo Schefer says:

      Die SVP versucht, mit ihrer oft rassistischen Politik Ängste zu schüren und die Gesellschaft zu spalten. Sie gewinnt so viele Stimmen. Ihre Politik verfolgt aber hauptsächlich die Interessen der Reichsten und Grosskonzerne.

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      Milo Schefer says:

      Trump verfolgt nur seine eigenen Interessen und nicht die seines Landes. Wir müssen uns alle dafür einsetzen, dass solche korrupte, undemokratische Politiker*innen in Zukunft nicht mehr an die Macht kommen. Auch in der Schweiz.

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      Milo Schefer says:

      Ich möchte den Einfluss der Miliardenkonzerne auf die Politik eindämmen. Wenn diese wie heute Millionen für Lobbying und politische Kampagnen ausgeben, sind die getroffenen Entscheide nicht nachhaltig und im Sinne eines grossteils der Bevölkerung, sondern helfen nur, die soziale Ungleichheit noch zu vergrössern.
      Auch jede und jeder einzelne sollte nach den eigenen Möglichkeiten zum Klimaschutz beitragen. So können wir aber nur einen kleinen Teil der Klimabelastung reduzieren. Unsere Grosskonzerne haben da einen viel grösseren Einfluss, den wir nur politisch reduzieren können. Auch kann sich nicht jede*r bspw. teurere Bio-Produkte leisten. Wir müssen deshalb politisch erreichen, dass es nur noch Produkte aus biologischem Anbau gibt und diese für alle erschwinglich machen.

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      Milo Schefer says:

      Ich musste nie auf etwas verzichten. Dass ich aus ökologischen Gründen beispielsweise kein Fleisch esse oder nicht fliege bedeutet für mich nicht verzicht. Meine Lebensqualität wird dadurch kein bisschen eingeschränkt. Reisen mit dem Nachtzug dauern zwal länger, machen aber auch viel mehr Spass.

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      Milo Schefer says:

      Die (Jungen) Grünen setzten sich konsequent für Klimaschutz ein, der auch sozial verträglich ist. Das bedeutet, dass die grossen Milliardenkonzerne, die für den grössten Teil der Treibhausgasemissionen verantwortlich sind, zahlen müssen und nicht diejenigen, die nur sehr wenig Geld haben. Auch der Kampf gegen die zunehmende soziale Ungerechtigkeit ist ein Kernthema der Grünen. Die Reichsten der Gesellschaft sollen nicht mehr immer weiter auf Kosten der Ärmsten noch reicher werden. Ich möchte, dass vermehrt Politik für die Menschen gemacht wird und nicht für die Grosskonzerne und glaube, mit meinem Einsatz einen ganz kleinen Teil beitragen zu können.

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